BERECHNUNG DES AUFZUGSYSTEMS IN EINEM GEBÄUDE

Um die Planungsphase zu vereinfachen, gibt es in Italien zwei Normen: UNI 8725:2004 und UNI 8999:2006. Diese zeigen auf, wie man Aufzüge in Wohnanlagen, Büros, Hotels und Krankenhäuser einbauen sollte.
Die nationalen Normen folgen auf die internationalen Normen, die ISO Normen der Reihe 4190, die jedoch aktuell weniger anwendbar sind, da sie vor circa 20 Jahren veröffentlicht wurden.
Die nationalen Normen setzen voraus, dass die Aufzüge auch für Menschen mit körperlicher Behinderung zugänglich sind (gemäß der Norm EN 81-70) und deshalb handelt es sich um Anlagen für mindestens 6 Personen, deren Kabine eine Mindestbreite von 1 m und eine Mindesttiefe von 1,25 m aufweist.
Die UNI-Normen beinhalten auch Diagramme, die basierend auf der Bewohneranzahl eines gewissen Gebäudes und seiner Höhe und der Anzahl an Haltestellen, die Zahl von Aufzügen und ihre Leistung und Geschwindigkeit empfehlen, um den Verkehr des Gebäudes optimal zu regeln. Für Gebäude, die keine Wohnanlagen sind, ist die minimale Nennlast auf 8 Personen erhöht worden, mit minimalen Kabinen von 1,1 m x 1,4m.

Den Verkehr im Gebäude gut zu verwalten, bedeutet vor allem die Wartezeit der Aufzugsbenützer, die durchschnittliche Wartezeit im Erdgeschoss und die Durchschnittszeit, die bei zwei aufeinander folgenden Abfahrten einer Kabine auf diesem Stockwerk zurückgelegt wird, auf ein Minimum zu reduzieren. Es muss auch die Transportkapazität angeglichen werden und somit der Prozentsatz der Gebäudebewohner, den das System in einer gegebenen Zeitperiode- meist sind das 5 Minuten- zum Ankunftsstockwerk befördern kann, geschätzt werden. Schließlich muss die theoretische Dauer der Fahrt auf ein vernünftiges Maß reduziert werden, und zwar die Zeit, die eine Kabine für die Fahrt vom ersten bis zum letzten Stockwerk braucht.
Die akzeptablen Zeitabstände, gemäß den UNI-Normen und gemäß des von den Planern festgelegten Qualitätslevels, reichen von 25 bis 40 Sekunden. Die Transportkapazität reicht von 14 % bis 25 % der Bevölkerung und die theoretische Fahrtdauer reicht von 20 bis 32 Sekunden.

Die Tabellen der zwei UNI-Normen befassen sich mit Gebäuden von bis zu 16 Stockwerken. Für höhere Stockwerke kann man sich an die Firma Travasso A.W. wenden, die zur Berechnung ausgeklügelte Programme zurate zieht. Allgemein gesprochen verwendet man für ein Gebäude mit mehr als 6 Stockwerken mehr als einen Aufzug (auch, weil man so im Störfall eines Aufzugs auf andere Aufzüge zurückgreifen kann) und ein System mit Kollektiv-Selektiv-Steuerung (wie die Abbildung zeigt).
Die Normen empfehlen, dass innerhalb einer Gruppe von Aufzügen die gleiche Kabinengröße, Leistung und Geschwindigkeit verwendet wird und die Aufzüge dieselben Stockwerke befahren (um die berüchtigten „hinkenden“ Systeme zu vermeiden). Außerdem sollten sie sich in der Nähe voneinander befinden, damit die Benutzer leicht den nächsten Lift benutzen können. Falls das Gebäude auch über Warenaufzüge oder Bettenaufzüge verfügt, müssen diese Anlagen anderswertig im Gebäude untergebracht werden, sodass der Aufzug wie vorgesehen benutzt wird.

Die erste Zahl, die der Planer berücksichtigen muss, außer der Anzahl an Stockwerken eines Gebäudes, ist die geschätzte Anzahl seiner Benutzer. In Wohnanlagen rechnet man mit einer Person pro Räumlichkeit (ausgenommen Betriebsräume) plus eine Person pro Wohnung. In den Büros rechnet man mit einer Person/ 8 Quadratmetern. In den Hotels rechnet man mit 1,5/2 Personen pro Zimmer und in den Krankenhäusern rechnet man mit 1-5 Personen für jeden Bettplatz. Wenn es für ein bestimmtes Gebäude echte Daten gibt, werden diese natürlich den Abschätzungen vorgezogen. Basierend auf der Typologie des Gebäudes sollte der Verkehr wie folgt analysiert werden:
- Verkehr des Eingangs oder Ausgangs der Personen am Erdgeschoss
- Verkehr an den anderen Stockwerken
- Stoßzeiten, Fahrtandrang vom Erdgeschoss ausgehend zu den anderen Stockwerken
- Stoßzeiten, Fahrtandrang von den höheren Stockwerken zurück zum Ausgang
- in beide Richtungen verlaufender Verkehr

Die Firma Travasso A.W. empfiehlt die Verwendung von jenem Steuerungssystem, das für die Art von Verkehr im Gebäude am geeignetsten ist. Dadurch kann die Qualität des Services maximiert werden. Selbstverständlich sollte man aber in die Kaufentscheidung auch die Kosten des Systems miteinfließen lassen.
Für normale Gebäude (mit weniger als dreißig Stockwerken) erreicht man durch eine ideale Anzahl an Kabinen die höchste Qualität, eher als durch eine hohe Geschwindigkeit oder große Nennlast. Wenn die Anzahl an Personen, die in einer Kabine Platz finden, hoch ist, ist es wahrscheinlicher, dass der Lift an vielen verschiedenen Haltestellen anhält, und dies beeinträchtigt die Höchstgeschwindigkeit, die zwischen einer und der nächsten Haltestelle wahrscheinlich nicht einmal mehr erreicht werden kann. Also können die tatsächliche Dauer der Fahrt und der daraus resultierende Zeitabstand im Erdgeschoss nur größer werden. Dies wäre mit einer größeren Anzahl an Aufzügen nicht passiert.

 
Travasso AW © 2008